Der Schmetterling: Sinnbild für die Vergeistigung der Materie nach der Analogie: Raupe = Inkarnation, Puppe = Tod, Falter = Geistwesen

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Luzifer und Erbsünde


Luzifer versucht Jesus zu verführenDefinition von “Satan” und “Teufel”

Der Engel Raphael zu Roklus:
Das, was man “Satan” und “Teufel” nennt, ist die Welt mit all ihrer verführerischen Pracht. Freilich ist alle Materie, aus der die Welt besteht ein Werk Gottes, und in ihr verborgen liegt das Göttliche. Daneben aber gibt es in der Welt auch Lüge, Trug und Verführung. Daraus entstehen dann Neid, Geiz, Haß, Hochmut, Verfolgung wie auch die vielen zahl- und maßlosen Laster. Dieses Falsche, die Lüge und der Trug ist geistig gesehen der “Satan”, und alle die einzelnen, daraus hervorgehenden Laster sind das, was man “Teufel” nennt (GEJ. Bd. 5, 94: 2-3).

 

Das Wesen Satans ist einseitig

Jesus zum Oberstatthalter Cyrenius:
Wenn sich eine Kraft in einem sich frei regelnden Wesen durch hartnäckiges Bestreben alle Gegenkräfte zum Schweigen bringen will, tötet sich diese Kraft gewissermaßen selbst. Denn sie räumt alle Gelegenheiten aus dem Weg, bei denen sie ihre Kraft hätte äußern können. Eine Kraft jedoch, ohne entsprechende Gegenkraft, ist – wie schon gesagt – gar keine Kraft. Solch eine sich selbst gefangene Kraft hat dann auch immer das Bestreben, noch mehr Kräfte in sich gefangenzunehmen, um in ihrem schmerzlichen Gefängnis nicht allein zu sein. – Und das ist es nun, was man Satan oder Teufel nennt.

Satan ist gleichzusetzen mit starrer Ruhe, Trägheit und Finsternis. Satan als die geschaffene, erste große Persönlichkeit wollte nun alle anderen Kräfte in sich vereinen und ist deshalb tot und unfähig zur Tat geworden. Aber die in ihm besiegten anderen Kräfte ruhen indes nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit und personifizieren sich dadurch als selbständig. Dadurch aber wird das satanische Grundwesen mit einem Scheinleben erfüllt (GEJ. Bd. 2, 229: 10-13).

 

Satan und die Schöpfung sind der Gegenpol Gottes.

Jesus zu Epiphan:
Hätte der Geist Gottes sich nicht schon von Ewigkeit her einen Gegenpol gesetzt, wäre es ihm aIs positivem Gott nie möglich gewesen, den gesamten Kosmos mit all den zahllosen Wesen ins Dasein zu rufen. Die ganze Schöpfung und alles, was ihr mit euren Sinnen wahrnehmen könnt, sind fixierte Gedanken, Ideen und Begriffe Gottes. Dazu gehört auch ihr Menschen eurem materiellen Leib (GEJ. Bd. 5: 228: 3 ff.).

Im ersten (positiven) Pol ist Liebe, Leben, Tätigkeit (Entwicklung), Freiheit und Licht. Diesen Pol nennen wir Gott. Im zweiten (negativen) oder Gegenpol befinden sind Haß, Tod, Untätigkeit, Gericht (i. S. v. Gefangenschaft, Unfreiheit) und Finsternis. Diesen Pol nennt man Hölle, Satan, Teufel oder Luzifer.

Orientiert sich nun ein Mensch an nichts anderem als an den materiellen Dingen der Erde, geht dann auch seine Seele ganz in die Materie und damit in den Gegenpol Gottes über. Die Folge davon ist das Gericht und der Fluch vom Leben in den Tod. Und wer ist schuld daran? – Der Mensch selbst, der sich dies aus seinem Erkennen, Lieben, Wollen und Tun selbst angetan hat. Wenn ihr also Menschen trefft, die nichts von der Seele und von deren ewigem Leben wissen oder erfahren wollen, könnt ihr mit Sicherheit annehmen, daß deren Seelen von ihrer Fleischmaterie aufgezehrt sind und sich schon im Gericht befinden. Es wird viel Mühe kosten, sie wieder aus ihrer Gefangenschaft zu erlösen. – Das ist schon im Diesseits schwierig und im Jenseits noch schwieriger, wenngleich nicht unmöglich (GEJ. Bd. 5, 229: 2-7).

Da auch die Schöpfung zum Gegenpol Gottes gehört, muß sie zwangsläufig satanisch und vergänglich sein, soll sie dem Zweck ihres Schöpfers entsprechen. Und weil sie diesen Zweck erfüllt, ist sie auch vor Gott “gut”. Der Wirkung nach “böse” ist sie nur den Menschen gegenüber. Als ein aus dem Tod erwecktem Wesen hat die Menschenseele die Bestimmung, sich für ewig mit Gott als dem positiven Gegenpol Satans zu vereinen, ohne dadurch ihre Freiheit und Selbständigkeit einzubüßen (GEJ. Bd. 5, 230: 1).

Die wichtigste aller Lebensfragen lautet daher: Was hat ein Mensch zu tun und zu beachten, um seine Seele vor dem Rückfall in die tote Materie der satanischen Welt zu bewahren?

Er soll die zehn Gebote halten, die Moses den Menschen gegeben hat. Diese aber lassen sich verkürzen auf das Gebot, an Gott zu glauben und Ihn, wie auch seine Mitmenschen über alles zu lieben. Wer das tut, wird sein Herz und somit auch seine Seele vor Hochmut, Härte, Zorn, Haß, Selbstsucht, Neid, Geiz, Habgier, Herrschsucht und allgemeiner Weltliebe bewahren. Auf diese Weise kann er dann in den göttlichen Lebenspol eingehen. Denn die Gottesliebe erfüllt den ganzen Menschen mit dem Geist Gottes und die Nächstenliebe befestigt ihn in der Seele. Dadurch wird diese zwangsläufig mit Gott selbst identisch. Ist sie das, ist sie auch identisch mit den positiven Lebenspol und wird mit ihm in Ewigkeit über alle Materie herrschen (GEJ. Bd. 5, 230: 2-7).

 

Der Sinn des Bösen

Zwei Engel zum Oberstatthalter Cyrenius:
Es muß Arme geben, daß die Reichen sich in der Barmherzigkeit und die Armen in der Dankbarkeit üben können. Ebenso muß es Starke und Schwache geben, damit die Starken Gelegenheit bekommen, den Schwachen unter die Arme zu greifen, die Schwachen aber in der Demut ihres Herzens erkennen, daß sie schwach sind. Analog muß es auch Dumme und Weise geben, da sonst den Weisen ihr Licht ein vergebliches wäre. Wenn es keine Bösen gäbe, an wem würde sich denn der Gute messen, ob und inwieweit er wirklich gut ist? Kurz, in dieser Fortbildungsanstalt auf Erden muß es möglichst viele Pro und KontraGelegenheiten geben, durch die sich die Kinder Gottes in allem üben und vervollkommnen können.

Solange also der Mensch nicht in der Lage ist, das Satanische in der Welt aus eigener Kraft zu meiden, hat er die volle Kindschaft Gottes noch nicht erreicht. Wie aber sollte er je dies vollbringen können, wenn man die Gelegenheit nähme, mit dem Bösen in Berührung zu kommen? (GEJ. Bd. 2, 59: 11ff.)

 

Die Unverbesserlichkeit eines Machtmenschen

Jesus zum Römer Pellagius:
Seh dir doch einen herrschsüchtigen Machtmenschen an, dessen Sinn nur danach steht, sein Herrschaftsgebiet auszudehnen oder andere Völker zu unterjochen und sich als alleiniger Herrscher feiern und verehren zu lassen. Selbst wenn es am Ende gelänge, ihn militärisch zu besiegen, gefangenzunehmen und seine Macht zu brechen, käme ein solcher Mensch selbst durch gutgemeinte Nachsicht oder gar Begnadigung nicht zu Besserung. Denn, lieber Pellagius, dein Gefangener würde dir zunächst zwar feierlich Änderung geloben. Aber glaubst du tatsächlich, er würde sich in seinem Gemüt und Wesen dauerhaft änder? – Mitnichten! Nur zum Schein würde er auf alles eingehen, um nachher ja wieder in eine neue Machtposition zu gelangen. Dort angekommen, wird er alle Kräfte daransetzen, sich an dir zu rächen. Denn einen Machtmenschen so zu demütigen, daß er von ganz Oben nach ganz Unten kommt, hieße nur, aus ihm erst recht einen Satan zu machen. Solche Menschen sind nämlich nicht zu bekehren und zu bessern. Am besten ist es, sie entweder mit Geduld zu ertragen und bei Gelegenheit zu ermahnen. – So habe ich es in der Vergangenheit durch den Mund Meiner vielen Propheten gemacht. – Gewöhnlich kehren sich sie aber nicht nicht daran. Wenn dann selbst von mir zugelassene schicksalhafte Züchtigungen nichts nützen, die ihnen ihre eigene Schuld vor Augen führen, lasse ich sie schließlich von der Erde entfernen, wenn das Greuelmaß voll ist.

Diese Beispiel soll dir nun folgendes verdeutlichen: So, wie der gute und fromme Mensch den Himmel als das Reich Gottes unzerstörbar in sich trägt, so trägt auch der entschiedene Gegner der Ordnung Gottes die Hölle unveränderbar in sich. Denn letztere ist ja seine Liebe, sein Wille und somit auch sein Leben. (GEJ. Bd. 10, 114: 1-6)

 

Der Weg alles Materiellen

Jesus zu einem Pharisäer:
Alles irdisch Geschaffene nimmt aIs solches einmal ein Ende, sobald es durch die Auffüllung mit göttlicher Liebe nach und nach ganz ins Geistige übergegangen ist. Und so wird auch diese Erde nicht ewig bestehen, sondern allmählich ins Geistige übergehen. Dies wird aber sehr lange dauern, so lange nämlich, bis das Feuer der göttlichen Liebe alle Materie wieder in ihr ursprünglich Geistiges aufgelöst hat.

Wie es einem sterbenden Baum ergeht, der im Alter morsch wird, umfällt und von Pilzen und Kleinlebewesen aufgezehrt wird, ergeht es – wenn auch in einem größeren Maßstab – einer sterbenden Welt. Aber wo ein Baum stirbt, da wächst bald ein anderer an seiner Stelle. Und so ist es auch mit den Welten: Wenn eine Welt vergeht, treten eine und sogar mehrere andere an ihre Stelle. Die übriggelassenen Lebensgeister aus der alten Welt werden dann zur weiteren Entwicklung in die neue aufgenommen. Und so hat das eigentliche Erschaffen nie ein Ende, weil Gott auch ewig nie aufhören wird, in Seiner ewig unbegrenzten Liebe und Weisheit zu denken, zu wollen und zu lieben! (GEJ. Bd. 6, 226: 12-14)

 

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