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Gibt es ein ewiges Leben?
"Der Gedanke des ewigen Lebens ist vielen umfaßbar, unerklärlich, ja sogar unangenehm! Manche schaudern bei dem Gedanken zurück; es ist ihnen peinlich zu glauben, daß es mit diesem Erdenleben nicht aus ist, daß man ewig fortzuleben
hat. Nun noch der Gedanke an Einverleibungen in andere Welten dazu, und das ewige Leben erscheint ihnen trostlos - Ja, dem Materialisten ist der Gedanke des vollkommenen Todes alles Geistes, des Nichtswerdens, eine Beruhigung. Denn alle
Verantwortlichkeit für Gutes und Böses, alle Strafe hört dann auf, man hat keine Sorgen mehr, es ist eben aus. Es hegt eine Art Egoismus in diesem Auslöschenwollen alles Lebens, aller Verantwortung, aller Buße, aller verbundenen Mühe und
Sorge; um diesen Streit gibt der Materialist gern alle Freuden des geistigen Lebens und Seins hin, das ihm doch nur eine Fabel scheint. - Wie sollten aber auch die Bewohner der Erde anders denken? Sind sie doch alle gefallene Geister, und
vielleicht hat eben dieser und jener Materialist einst so tief gefehlt, daß ihm eben sein Fortleben eine Last ist, und daß er deshalb die Erinnerung an dieses ewige Fortleben in seinem Geiste ersticken will? Wenn du die Erde als einziges
Dasein betrachtest, so ist es wohl natürlich, daß du dir nicht wünschst, ewig auf diesem Planeten der Buße und Strafe so fortzuleben. - Wenn du aber vernünftig und erleuchtet genug bist, an die Verwandlungen des Geistes zu glauben, wenn du
an dem ewigen Leben, dem geistigen Fortschritt und Besserwerden festhältst, ja, dann wirst du deine Erden-Inkarnation, und sei sie noch so hart und trüb, preisen und loben, und jubelnd diese Himmelsleiter-Sprosse zu einem besseren Leben
betreten! - Siehe, o Mensch! du bist ein Geist, der nicht auf Erden wäre, wenn er nicht hier etwas zu erfüllen oder abzubüßen hätte. Suche daher dieses Etwas! Sei geduldig, nütze die Zeit und denke, daß dies Erdenleben dir eine Sekunde in
der Ewigkeit sein soll, doch eine wohlbenutzte, nützliche Sekunde. Denn nur dann bleibt sie dir im All eine Sprosse hinauf zu Gott; im Gegenfall
jedoch wird sie zu einem Hindernis, zu einem argen Zeitverlust." (Der Geist Marias, der Mutter Jesus in: vhG 1874: 275 f.)
Wie kann jeder einzelne von uns zur höheren Wahrheit finden?
"Wenn euch das Göttliche bereits in seinen Bann gezogen hat und ihr euch dessen bewußt werdet, braucht ihr nichts anderes mehr. Laßt euch von dieser Anziehungskraft führen und durchleuchten! Dann wird von den ewigen Wahrheiten eine
Hülle nach der anderen herabfallen, ihr werdet sehen und ihr werdet zu wahren Menschen! Haltet nicht an Lehren, Theorien und Teilwahrheiten der heutigen Entwicklungsstufe eurer Welt fest! Das war jahrtausendelang der Fall. Immer wollte die
Menschheit an der jeweiligen Form der Offenbarungen festhalten, ohne ausschließlich nach ihrem Inhalt zu leben!" (EE Bd.2: 79)
Welches sind die wichtigsten Punkte im religiösen Glauben?
"Und indem ihr forscht und denkt, haltet fest an dem Anfang aller Dinge, an dem ewigen 'Eins', an Gott, dem Vater und Schöpfer! Haltet fest an der 'Zwei', dem diesmal gleich buchstäblich wie geistig erfaßten Menschen- und Gottessohn
Jesus Christus, der euch Wahrheit und Erlösung bringt. Haltet fest an der 'Drei', das ist an dem heiligen Geiste der Gemeinschaft aller reinen, guten und seligen irdischen wie überirdischen Geister. Trachtet, in diese Gemeinschaft mit
ihrem beglückenden Verkehr durch überzeugungsvollen Glauben an Jesu wahre Geisteslehre der Erlösung der Menschheit von allem Übel und durch die Gnade Gottes einzutreten." (vhG 1874: 283)
Welche Bedeutung hat das Glauben-Können für den Menschen?
„Zwei Wege fahren zum ewigen Leben, ein guter und ein schlechter. Alles im Leben hat zwei Seiten, eine gute und eine böse; so auch ist es mit dem Spiritismus. Er kann zum Himmel und auch zur Hölle, zur Klarheit und Wahrheit, aber auch
zur Unlauterkeit und Unwahrheit führen; denn das Heiligste wird auf Erden durch die Menschen entheiligt, zu bösen Zwecken mißbraucht – auch die Geisterlehre. Und doch sollte sie euch solche herrliche Erlösung, Kraft und Beruhigung bringen!
– Denn jeder Mensch hat Stunden des Nachdenkens und der Bangnis, was denn wohl nach dem Tode kommen werde. Du denkst dir: "Ja, was bin ich denn in diesem All? Wohin komme ich?" Wohl dem, welchen diese Größe der Schöpfung
andachtsvoll durchzittert und der gläubig aufblickt zum Vater, der ein Jedes seiner Geschöpfe kennt. Wohl dem, der durchdrungen von dieser Wahrheit, gläubig seinen Geist zu Gott erheben kann, denn dem ist nicht mehr bange. Doch wehe, wehe
dem Zweifler! Unruhig, unbefriedigt läßt ihn Stille und Majestät der Natur, denn er weiß es nicht wer, was er ist und wohin er geht! Furchtbare Verzweiflung ist die Folge von solchem Zweifel, denn er kennt keinen liebenden Schöpfer, keinen
treuen Vater! Erst nach dem Tode lernt er gläubig aufblicken zu den tausend Welten und ausrufen. – "Schöpfer! der du bist! Erbarme dich meiner, siehe auf mich armes, machtloses Geschöpf!" Er wird es dann erfahren, daß es einen
Gott gibt und daß der Spiritismus auf Erden eine göttliche Wahrheit verkündigte.“ (Der Geist Maria Magdalenas in vhG 1874: 271 f.)
Warum tun sich Intellektuelle so schwer mit dem Glauben?
Der Geist des Herrn offenbart sich nie durch den Verstand der Gescheiten der Welt, sondern nur in und durch die Einfalt des Herzens denjenigen, die vor der Welt der Intelligenten als Toren gelten. Aber der Verstand der Gebildeten der
Welt wird in kurzer Zeit dennoch zunichte vor der Einfalt der Ungebildeten (HG 1, Vorrede S. 7).
Wie notwendig ist die Lehre Christi für uns?
Ohne das Befolgen der Lehre Jesu kann niemand zum Himmlischen Vater gelangen. Der unpersönliche Gott wurde in Jesus persönlich. Die Vereinigung beider in Menschengestalt ermöglicht das Herantreten der Geschöpfe an ihren Schöpfer und
letztendlich die Wandlung alles Materiellen zum Geistigen. (GEJ 11,75:22-27)
Wie ist Jesu Lehre zu bewerten?
„Ja, Menschen, glaubt an Christi Wort, es ist gesetzlich göttliche Wahrheit, das Kostbarste, was ihr an geistigen Gaben besitzt. Glaubt an die Kraft der Erlösung Christi. Wer daran glaubt, wird selig. Nicht nur für das Häuflein
Erden-Menschen kam, litt, starb Christus. Er kam für alle gefallenen Geister, die dem Gegensatz gefolgt waren, um sie durch geistige Neugeburt, durch die Befolgung seiner göttlichen Lehre aus der allgemeinen Erbsünde, aus dem Gegensatz, zu
erlösen. Durch Einverleibungen auf Erden werden die gefallenen Geister teilnehmen an dem Verdienst von Christi Tod. Seine Taufe auf Erden empfangend, seiner Lehre der Liebe und Entsagung folgend, ziehen sie Gottes Gnade an sich.“ (VhG: 97).
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