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Das Schicksal des Menschen
Die Menschen erwirken ihr Schicksal selbst
Jesus zu Nikodemus: Die sog. “Bestimmung” ist nicht so zu verstehen, daß Gott schon vorher für jeden Menschen festlegt, was in seinem Leben auf ihn zukommt. Vielmehr machen sich die Menschen ihre
Bestimmung selbst, und zwar durch die Verkehrtheit ihres freien Willens. So kommen sie auf Abwege mit allen Konsequenzen. Das Schicksal erwirkt sich also jeder einzelne Menschen selbst und Gott läßt es lediglich zu. Dies gilt nicht
nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für ein ganzes Volk. Es ist und bleibt der Selbstschöpfer seiner zeitlichen und seiner ewigen Schicksale.
Zwar hat Gott nicht schon von Ewigkeit her bestimmt, was Ich euch durch die
Erscheinungen gezeigt oder vorausgesagt habe. Dennoch wird alles so geschehen, weil es die Menschen so wollen und weil sich ein mächtigster Teil in ihnen in Umnachtung und Hölle befindet. Mehr als das, was ich bisher gesagt und für euch
getan habe, kann ich unter Belassung eueres freien Willens nicht tun. Wem da nicht die Augen aufgehen, und wer sich danach nicht kehrt, den trifft eben das Gericht (Verderben) als letztes Mittel. Die unbekehrbaren Menschen wollen es so.
Nikodemus zu Jesus: Da ist es aber um die Menschheit schlecht bestellt. Wenn Gott selbst solchen Menschen nicht gegen ihren Eigensinn helfen kann, wer soll ihnen dann noch helfen?
Jesus zu Nikodemus:
Aus seiner ewigen Ordnung heraus will Gott beim Menschen in bezug auf seine geistige Entwicklung bewußt nicht lenkend einwirken. Täte er das, so würde der Mensch zur toten Maschine und könnte nie zu Selbständigkeit gelangen. Ein Beispiel:
Wenn ich den ärgsten Raubmörder plötzlich zu einem Engel des Lichtes umgestalten würde, ginge sein inneres Selbst zugrunde. Denn seine Neigung und sein Lebensinhalt ist nun mal Raub und Mordlust. Nimmt man ihm dieses, so ist er
vollkommen tot und hat gänzlich aufgehört zu sein. Dennoch kann sich ein solcher Mensch bessern, und zwar gerade durch den schlimmen Zustand, in den er sich selbst hineinbegeben hat. – Des Menschen Seele fängt nämlich erst dann an, über
den Grund ihres unglückseligen Zustandes nachzudenken, wenn sie sich schon im Gericht (Verderben, materielles Gefängnis, seelische Not) befindet. Erkennt die Seele aber einmal den Grund ihrer Gottferne, dann hat sie auch bald den Wunsch,
ihren schlimmen Zustand loszuwerden. Sie besinnt sich dann auf Mittel und Wege, sich aus dieser Not zu lösen. Ist dann die Seele einmal soweit, wird sie auch fähig,
ein Licht in sich aufzunehmen, das ihr von oben her durch geeignete Mittel geboten wird. Ergreift die Seele die ihr gebotenen Mittel, wandelt sich ihre ehemals böse
Neigung langsam zur guten. Es wird lichter und lichter in ihr, und sie geht wie von Stufe zu Stufe einer höheren Lebensvollendung entgegen. Das aber ist nur durch
die Zulassung des schärfsten Gerichtes (seelischen Not) möglich (GEJ. Bd. 7, 52: 1-11).
Unglück hat stets eine Ursache
Lazarus zu Jesus: Es ist ewig schade um diese schöne Stadt Jerusalem, daß sie einst ganz zerstört werden wird. Wer aber kann da noch helfen, wenn ihre schlechten Bewohner es selbst nicht anders wollen?
Jesus zu Lazarus:
Du hast ganz recht. Denn demjenigen, der aus Buße etwas noch so Arges über und für sich erbittet, geschieht in Ewigkeit kein Unrecht. Ich war schon oft da und wollte
sie in Schutz nehmen wie die Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt, aber bisher war alle Mühe vergebens. So sind die Juden ganz allein schuld an dem Schicksal, das ihnen widerfahren wird. Dennoch werde ich es an Lehren und scharfen
Ermahnungen niemals fehlen lassen, damit doch noch einige gerettet werden können. Und was Ich jetzt noch Selbst tue, das werdet auch ihr nach Meiner Zeit tun können, weil euch dazu Mein letztes und größtes Zeichen, das ich in Jerusalem
wirken werde, dazu befähigen wird. Wer auf euch hört, der wird auch Mich hören und es wird ihm geholfen werden; jene aber, die verstockt bleiben, ernten ihre selbstgewählten Früchte. Soll ich etwa nur deshalb Feuer und Wasser von der Erde
verbannen, weil der eine oder andere im See ertrinkt oder bei einem Brand ums Leben kommt? – Mitnichten! Der Mensch hat von mir dazu seinen Verstand und den freien Willen bekommen. Er kennt ja die guten und schlechten Eigenschaften des
Wassers wie des Feuers. Gebraucht er beides mit Vernunft, werden ihm die Elemente nützen; geht er aber fahrlässig oder unvorsichtig mit ihnen um, ist er selbst schuld an den Folgen. Dem Verständigen, Vorsichtigen und Klugen wird ein
solches Unglück kaum widerfahren, und denen, die nach Meiner Lehre leben, schon gar nicht! (GEJ. Bd. 6, 155: 1-4)
Ein Judgrieche zu Jesus: Wie aber ist es aber, wenn beispielsweise ein Schiff in einen Sturm gerät und mit
Mann und Maus untergeht? Wer ist an diesem Unglück schuld?
Jesus zum Judgriechen: Geschieht so etwas, handelt es sich um eine begründete Zulassung von oben. Es
ist ungefähr dasselbe, wie wenn jemand an einer unheilbaren Krankheit stirbt. So kann auch jemand sowohl durchs Wasser wie auch durchs Feuer völlig “unverschuldet” ums Leben kommen. (GEJ. Bd. 6, 155: 5-6)
Warum Gott in irdische Vorgänge nicht eingreift
Jesus zu einem Gastwirt: Bittet mich nicht zuviel um rein irdische Dinge, denn zu große materielle Vorteile sind stets zum Nachteil für die Seele. Ich bin nämlich nicht auf die Erde gekommen,
um den Nutzten für den Leib zu erhöhen, sondern jenen für die Seele. Darum sollt ihr Mich vor allem um das bitten, was eurer Seele zum wahren, ewig währenden Heil verhilft. Denn was nützte es dem Menschen, wenn er alle die toten Schätze
dieser Welt gewänne, an seiner Seele aber dadurch Schaden nähme? Wie könnte er diese wohl von Tod und Gericht der Weltmaterie retten? Was die Entwicklung des Menschen betrifft ist mir eben nicht alles möglich, und es darf auch nicht alles
möglich sein. Denn wäre Mir beim Menschen alles möglich, hätte Ich es niemals nötig gehabt, zu euch in diese Welt aIs Mensch zu kommen und euch höchstselbst zu belehren. Ich habe nicht umsonst dem Menschen den freien Willen und einen
Verstand gegeben, mit dem er Wahres und Gutes vom Falschen und Bösen unterscheiden kann. Erst dadurch wird er zum Menschen und hebt sich vom Tier ab. Dieses kann nach Meinem Muß-Gesetz nur das tun, was ihm sein Instinkt gebietet,
womit es weder Freiheit noch Selbstbestimmung besitzt. Der Mensch aber ist außer mit seinem Leib keinem Muß-Gesetz unterworfen. Er ist im Willen ganz frei und hat einen unbeschränkten Verstand, mit dem er alles erforschen, prüfen,
begreifen und behalten und dann zu seiner Handlungsrichtschnur nehmen kann, was er als richtig erkannt hat. Darum prüft alles, und das, was ihr als wahr und gut
befunden habt, behaltet und handelt und lebt danach, und ihr werdet euch dadurch zu Mir allzeit lieben Kindern bilden und gleich Mir frei und selbständig werden.
Damit der Mensch aber zur höchsten Seligkeit gelangen kann, muß er mit Hilfe seines freien Willens, des unbeschränkten Verstandes und seiner Vernunft sich selbst in der Welt orientieren. Darum kann und darf ich mit Meiner Allmacht nicht in
diese freie Willensentscheidung eingreifen oder ihn zu irgendeinem Handeln zwingen. – Das seht ihr doch wohl ein! Bittet also vor allem um das, was dem Wohl eurer Seele dient, und weniger um das, was eurem Leib nützt. Das heißt aber nicht,
daß ihr in euren körperlichen Nöten nicht zu Mir um Hilfe rufen dürft. Wenn ihr euren Nächsten aus Liebe zu Mir und in Meinem Namen körperliche Wohltaten erweist,
werdet ihr dafür mit geistigen Gütern zum Heil eurer Seelen reich belohnt. Seid ihr im vollsten und festesten Glauben an mich, erhaltet ihr von Mir die Kraft, Kranken
durch Auflegung der Hände zu heilen oder sie von Besessenheit zu befreien. Kurz, mit Mir werdet ihr alles vermögen, ohne Mich aber nichts! (GEJ. Bd. 10, 109: 2-13)
Krankheiten haben immer seelische Ursachen
Schmerz und Krankheit haben immer seelische Ursachen
Roklus zu Jesus: Kannst Du für jene Menschen, die völlig in Deiner Ordnung leben nicht den körperlichen Tod aufheben, so daß diese von jetzt an mit verklärtem Leibern ewig
leben, und nur für solche die sündigen, den Tod und Schmerzen beibehalten? (GEJ. Bd. 5, 74: 6)
Jesus zu Roklus: Das ist allein Sache des ewigen Vaters im Himmel und damit einer Ordnung, von
der sogar Ich Selbst keine Ausnahme machen darf, machen kann und werde! Denn wer ins Fleisch gegangen ist, muß es auch wieder verlassen, ob nun mit oder ohne Schmerz. Nach der Loslösung hört aber jeder diesweltliche Schmerz auf. Die Luft,
die des Menschen Seele dann in der anderen Welt einatmet, ist eine ganz andere als hier auf Erden. Wo es keinen Tod mehr gibt, da gibt es auch keinen Schmerz
mehr. Das heißt aber nicht, daß eine Seele in ihrem reinen Zustand ohne Gefühl und Empfindung wäre. Sie wird jedoch in der ihrem Wesen entsprechenden Welt nichts
antreffen, was ihr dem Leib vergleichbare Schmerzen zufügt. Oder empfindet etwa ein kerngesunder Mensch nur deshalb keinen Schmerz, weil er noch nie krank war oder noch nie einen Schlag oder Stich erhielt? – Es fehlt ihm lediglich der
schmerzerzeugende Grund. (GEJ. Bd. 5, 75: 1-4)
Haupt-Ursache für den Schmerz, den stets nur die Seele, nie aber das Fleisch empfindet, liegt im Druck, den ein zu träg gewordener Leib auf irgendeinen
Lebensteil der Seele ausübt. Daher läßt sich auch zeitweilig jede Krankheit heilen, wenn man es versteht, die Fleischmasse zu erleichtern. Allerdings gibt es für den
alternden Leib keine Erleichterung mehr, obwohl ein in Gottes Ordnung lebender Mensch noch bis ins hohe Alter nahezu schmerzfrei leben kann. Sein Körper wird bis zur letzten Stunde sogar ganz geschmeidig bleiben, und seine Seele wird sich
ganz langsam ihrem Leib entwinden. Zwar wird sie sich selbst im hohen Alter nicht freiwillig von ihm trennen wollen. Wenn sie aber den himmlischen Ruf vernimmt “Komm aus deinem Kerker ins freie, wahre Leben!”, dann wird sie keine Sekunde
länger zögern, ihr morsches Erdhaus zu verlassen. (GEJ. Bd. 5, 75: 5-6)
Den leiblichen Tod werdet ihr also weder mit einem Kräutlein verhindern können noch damit, daß ihr meinen Namen anruft. Denn das ist nicht Meines Geistes Wille.
Sonst aber könnt ihr mit der Kraft Meines Namens durchaus Wunder wirken. Dazu müßt ihr jedoch Meinen Willen, der ja auch der Wille Gottes ist, vollkommen zu eurem machen. Dann wird euch auch alles gelingen. Eine Heilung aber sollt ihr
jenem nicht vorenthalten, bei dem ich durch eurer Herz sage: “Dem kann geholfen werden”. Wird aber mein Geist sagen: “Laß ihn in seiner Krankheit, damit seine Seele es satt bekomme, den fleischlichen Gelüsten zu frönen”, so versucht ihn
auch nicht zu heilen. – Denn er soll es zum Heil seiner Seele erdulden. (GEJ. Bd. 5, 75: 7-8)
Die Ursachen der Krankheiten.
Einige Judgriechen zu Jesus: Durch welche Sünden kommen denn Krankheiten in diese Welt? Gibt es darin auch Unterschiede? (GEJ. Bd. 6, 55: 8)
Jesus zu den Judgriechen:
Von allen Lastern ist das schlimmste die Hurerei, Unzucht und Geilerei aller Art. Dazu verführt werden die Menschen durch Müßiggang, Hoffart und Hochmut. Denn dem Hochmut ist nichts heilig: Er sucht mit allen Mitteln seine weltsinnlichen
Leidenschaften zu befriedigen. Werden von solchen Menschen Kinder gezeugt, kommen dadurch mit vielen Krankheiten behaftete Menschen in diese Welt. – Diese Sünde ist also eine der Hauptquellen für schlimme Krankheiten. Daneben kommen
aber auch Fraß und Völlerei, Zorn und Ärger als Ursache in Frage. (GEJ. Bd. 6, 56: 1-2)
Ich sagte nicht umsonst zu dem Kranken, der volle 38 Jahre lang am Teiche
Bethesda ausharrte, um geheilt zu werden, aIs Ich ihn von seinem Leiden erlöste: “Gehe hin und sündige künftig nicht mehr, damit dir nicht noch Ärgeres widerfährt!”
Seine Gicht war nämlich eine Folge früherer Sünden. Und so war es auch bei den meisten von Mir Geheilten der Fall. Wären sie ob ihrer Laster nicht erkrankt, wäre es auch um ihre Seelen geschehen gewesen. Nur Krankheit und Schmerz haben sie
nüchtern gemacht und zeigten ihnen, wie die Welt ihre Anbeter belohnt. Sie verloren durch die Krankheit ihr Verlangen nach irdischen Freuden und sehnten sich danach,
bald von der Welt erlöst zu werden. Dadurch wurde ihre Seele freier, und sie konnten dann auch noch rechtzeitig geheilt werden. (GEJ. Bd. 6, 56: 4)
Neben diesen Hauptursachen gibt es noch andere Krankheitsgründe: Einmal steht
das Essen schlechter, unreiner oder nicht frisch zubereiteter Speisen und Getränke im Vordergrund. Dann liegt es am Genuß von unreifem Obst. Ferner haben viele die
Gewohnheit, sich in erhitzten Zustand schnell abzukühlen. Andere schließlich setzen sich unnötig allerlei Gefahren aus, wovon sie dann lebenslang eine Schaden davontragen. – Aber Ich sage es noch einmal: Nur dem schon von Geburt an
Geschwächten kann das Genannte etwas anhaben. (GEJ. Bd. 6, 56: 5-7)
Gegen die Trägheit der Menschen gibt es kein anderes Mittel aIs eben allerlei zugelassene Übel. Sie folgen notwendigerweise auf die Nichtbeachtung des
göttlichen Willens. Leid und Schmerz wecken die im Fleisch fest schlafende Seele auf und zeigen ihr die Folgen ihrer Trägheit. Darauf wird sie vorsichtiger, klüger und
sucht von sich aus nach dem göttlichen Willen. Somit hat jede Krankheit auch ihre gute Seite. Freilich ist sie auch eine Art Gericht, das die Seele zum Guten hin
bewegt. Dennoch ist ihr dadurch der freie Wille nicht genommen. Sie kann sich in und nach einer Krankheit bessern, wenngleich ihre weitere Vollendung erst im Jenseits erfolgt. (GEJ. Bd. 6, 56: 8-9)
Es gibt aber auch kranke Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder auch Voreltern schon vom Mutterleib aus krank in diese Welt gekommen sind. Solcher Kranken Seelen kommen oft von oben her und machen nur eine zeitweilige
Fleischprobe auf dieser Erde durch. Für diese aber ist im jenseitigen Geisterreich bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt und sich ihrer annimmt, den werden sie
auch jenseits mit der gleichen Liebe in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen. Im übrigen muß die Nächstenliebe nur dem unter die Arme greifen, der sie braucht. Sie hat vor Gott einen hohen Wert. Wenn jemand ein Gastmahl gibt und dazu seine
reichen Nachbarn und Freunde einlädt, hat er dadurch zwar nicht gesündigt, aber im Himmel wird darum auch keinen Lohn zu erwarten haben, weil ihm seine Freunde alles hier entgelten können. Daher ladet die Armen zu Gast, und es wird euch im
Jenseits vergolten werden, denn die Armen können es euch hier auf Erden nicht bezahlen. Dasselbe ist auch mit denen, die ihr vieles Geld gegen Zinsen ausleihen und nach einer bestimmten Zeit das Kapital auch wieder zurückbekommen. Sofern
sich keinen Wucher treiben begehen sie zwar auch keine Sünde. Im Himmel werden aber nur jene eine Verzinsung zu erwarten haben, die den Armen in ihrer Not Geld ohne Zinsen und auch ohne Rückzahlung des Kapitals geliehen haben.
Also, den Armen auf jede mögliche gute Weise helfen, ist das wahre Werk der Nächstenliebe. (GEJ. Bd. 6, 56: 10-14)
Ursache und Zweck von Krankheiten und Leiden
Ein Judgrieche zu Jesus: Warum aber muß der ohnehin arme, sterbliche Mensch nur in allerlei Schmerzen und Leiden zu Gott kommen? Könnte denn das nicht auch durch ein gesundes und
leidenfreies Leben nach dem erkannten Willen Gottes geschehen?
Jesus zum Judgriechen: Viele Krankheiten des Leibes sind Folgen von allerlei Sünden, die der Mensch seit
seiner Jugend und oft auch aus Gewohnheit begangen hat. Manche Krankheiten sind aber auch ein Erbe von Eltern und Voreltern, weil jene schon gesündigt haben. Da kann man Gott dann keine Schuld geben. Wenn also der Mensch von Gott
erfahren hat, was er zu tun hat, um in der kosmischen Ordnung zu leben und zu bestehen, und er dennoch nicht danach handelt, ist er selbst schuld an seinen Leiden. Hat aber der Mensch alles von der Natur ablernen und erst aus allerlei
widrigen Erfahrungen klug werden müssen, dann ist er an seinem Leiden nicht schuld und ist das bedauernswürdigste Geschöpf auf Erden. Das stimmte auch, wenn es tatsächlich so wäre! – Daß dem aber nicht so ist beweist die Erschaffung
des ersten Menschenpaares im Paradies, das mehr als 100 Jahre lang ununterbrochen von Gott in allem möglichen unterrichtet wurde. Zudem erweckte Gott immer wieder Seher und Propheten, welche die mehr und mehr weltlich
gewordenen Menschen lehrten und ihnen den Willen Gottes offenbarten.
Angesichts dessen konnte kein Mensch sagen, er habe von niemandem erfahren, wie er nach dem Willen Gottes zu leben habe. Aber die Menschen veränderten
dennoch sehr bald ihre irdische Wohnwelt, erbauten Städte, errichteten ein Prachtwerk ums andere, und verliebten sich so in ihre Welt. Darüber vergaßen sie Gott und wurden sogar Gottesleugner. Kam dann ein Seher zu ihnen, wurde er
ausgelacht und niemand achtete auf das, was er sagte. Solche Menschen mußten dann aus allerlei bitteren Erfahrungen klug werden und sich daraus mühsam eine eigene Lebensregel erstellen. Diese Lebensregeln, wie zum Beispiel die unter den
Heiden, waren zum größten Teil Sünden wider die göttliche Ordnung. So breiteten sich zwangsläufig allerlei leibliche und seelische Übel aus. Will nun Gott eines
solchen Menschen Seele fürs ewige Leben erhalten, hilft er ihr dadurch, daß dieser Mensch durch allerlei Leiden und Schmerzen mehr und mehr von der Welt abgezogen wird. Geschähe dies nicht, würde sie gänzlich von der materiellen Welt
und damit von der Verderbnis verschlungen werden. Das ist der Grund, warum auf der Erde die Menschen so manches und vieles zu erleiden haben. (GEJ. Bd. 6, 162: 1-6)
Warum Mangel, Not und Elend segensreich sein können
Jesus zu einem Griechen: Wer in Zukunft nicht gleicher Gesinnung gleichen Glaubens wir ihr sein wird, dessen Seele wird schwerlich in das Reich Gottes gelangen. Wer so im Herzen bei Mir
bleibt, bei denen werde auch Ich bleiben und es wird kein Mangel und keine Not herrschen, weder in den irdischen Bedürfnissen, noch weniger in den Bedürfnissen der Seele. Mangel, Not und Elend lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen,
wenn sie von Mir abgefallen und dumme Götzendiener oder selbstsüchtige, gottlose Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel bringen die Menschen dazu, über die Ursachen ihres Zustandes nachzudenken, machen sie erfinderisch und
scharfsichtig. Dann werden bald kluge und weise Männer aus dem Volk aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und auf die Ursache des Elends hinweisen, nämlich auf die machthungrigen Menschen, welche die eigentlichen Begründer des
allgemeinen Elends auf dieser Erde sind. (GEJ. Bd. 9, 35: 1-4)
Ein zu gesunder Leib ist gefährlich für die Seele!
Zwei Griechen zu Jesus: Dürfen wir dich bitten, unsere Körper, solange wir sie zur wahren Seelenvollendung bedürfen, ganz gesund zu machen? Mit einem gesunden “Werkzeug” können wir ja
viel mehr erreichen als mit einem kranken oder schwachen. Denn mit einem kranken Leib leidet auch die Seele und hat keine Kraft mehr zu höherer Tätigkeit.
Jesus zu den beiden Griechen:
Euch geschehe nach eurem Glauben. Merkt euch aber: Nicht immer ist es dem Menschen um seiner Seele willen zuträglich, am Leib völlig gesund zu sein. Denn
ist das Fleisch zu gesund, wird es gern auch anfällig für allerlei sinnliche Lustreize, worin sich dann auch die Seele leichter verfängt als mit einem kranken Körper. – So
ist eine leibliche Krankheit gewissermaßen die Wache vor der Tür des inneren Seelenlebens. Ich will nicht, daß da jemand mit einem kranken Leib diese irdische Lebensprobe der Willensfreiheit durchmachen muß. Wenn aber die Menschen den
alten Rat Meiner Liebe und Meiner Ordnung nicht beachten, sondern Gegenteiliges tun, werden sie denn auch selbst zur Quelle körperlicher und seelischer Leiden. Ich
aber kann und will wegen des Leichtsinns und der selbstverschuldeten Blindheit der Menschen meine ewige Ordnung nicht umkehren; denn nur durch sie ist der Bestand aller kosmischen Dinge möglich. Denn wer weiß, daß es weh tut, wenn er
geschlagen wird, sich aber dennoch schlägt, ist ja selbst schuld an den Schmerzen. Der aberwitzigen Torheit der Menschen wegen werde Ich daher keine Seele mit einem unempfindlichen Leib versehen! (GEJ. Bd. 9, 158: 9-14)
Die Befolgung der Lehren Gottes schützt vor Krankheit
Jesus zu einem Griechen: Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in Not und Elend verfallen. Wenn also ihr und eure Kinder nach Meiner Lehre lebt und
handelt, kommt ihr auch nie ins Elend. Auch vor Krankheiten des Leibes braucht ihr euch nicht zu fürchten, denn sie sind immer nur die Folgen der Nichtbeachtung
meiner Gebote. Wer meine Gebote schon von Jugend an befolgt, wird bis ins hohes Alter keinen Arzt brauchen. Auch die Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern leiden müssen. So war es Jahrhunderte lang bei den alten, Gott
getreuen Völkern. Wenn aber die Menschen anfangen auszuarten, sind sie auch bald schweren Körperleiden ausgesetzt. (GEJ. Bd. 9, 35: 5-7)
Die Seele ist verantwortlich für einen gesunden Körper
Jesus zu einem Griechen: Mit der Gesundheit ist so, wie bei jemandem, der eine kunstvolle Maschine angefertigt hat: Er allein versteht am besten, wie sie zum zweckdienlichen
Gebrauch zu verwenden ist, und wie man die Maschine handzuhaben hat, damit sie auch funktioniert. Wenn nun der Hersteller der Maschine dem Käufer die pflegliche Handhabung erklärt, muß dies der Käufer schon auch genau beachten. Befolgt er
dies nicht, hat er es sich selbst zuschreiben, wenn die Maschine verdirbt. – Nun, Gott ist der große Maschinenmeister des menschlichen Leibes, den Er zum nützlichen Gebrauch für die Menschenseele eingerichtet hat. Benutzt die Seele
diese Maschine nach dem ihr klar erteilten Rat, welcher in den Geboten Gottes besteht, so wird der Leib auch gesund bleiben. Mißachtet aber eine träg und sinnlich gewordene Seele die Gebote des großen Maschinenmeisters, so hat sie es sich
selbst zuschreiben, wenn ihr Leib ins Elend fällt. (GEJ. Bd. 9, 35: 8-9)
Vom Sinn der Krankheit
Krankheiten bewahren den Menschen vor einem seelischen Rückfall
Jesus zu Simon Petrus: Die meisten Krankheiten, unter denen die Menschen leiden dienen dazu, zu verhüten, daß die Seele eins wird mit dem Fleischlichen. Dies gilt sogar für die
“Kinder des Lichts”, deren Leib auch aus der satanischen Welt stammt, obwohl ihre Seelen von anderen Welten sind. Der Unterschied ist nur, daß die Leiden Letzterer, wenn die Seele fleischlich werden will, vom Himmel aus verfügt werden. Die
Schmerzen der “Kinder dieser Welt” werden zwar auch vom Himmel aus zugelassen, sind aber im Grunde doch Schmerzen der Hölle. (GEJ. Bd. 2, 169: 12)
Jesus zum Oberstadtrichter:
Die Krankheiten der Menschen resultieren zum einen aus der Mißachtung der göttlichen Ordnung, zum anderen bewahren sie aber auch eine fortgeschrittene Seele vor einem Rückschritt in ihrer Entwicklung. Krankheiten sorgen dafür, daß
sich die Seele besser aus den Fesseln satanischer Elemente entwinden, oder diese sogar für immer ablegen kann. Das bewirkt dann, daß der Mensch keinen Wusch
mehr verspürt, je wieder in einer materielle Welt zu inkarnieren (GEJ. Bd. 10, 182: 19).
Krankheiten beugen seelischer Verirrung vor
Ein Judgrieche zu Jesus: Warum müssen denn so viele Kinder sterben und warum muß dem Tod oft eine Krankheit vorausgehen, die zusätzliche Leiden schafft? Ist ein Mensch einmal reif,
könnte er doch als Seele leicht und schmerzlos aus dem Leib treten, und die Kinder sollten vor einer bestimmten Reife nie sterben müssen. Warum muß denn das auf dieser Erde sein?
Jesus zum Judgriechen:
Das müßte gar nicht sein und es war auch in der Vorzeit nicht so. Oder findest du in einer Chronik Angaben über schwere Krankheiten von Menschen, die Gott ergeben
waren und nach Seinen Geboten lebten? – Sie erreichten alle ein hohes Alter, und ihr Sterben war ein sanftes, schmerzloses Einschlafen. Damals starb auch kein Kind, denn es war von ganz gesunden Eltern gezeugt und naturgemäß ernährt und
aufgezogen worden. (GEJ. Bd. 6, 55: 1-2)
Später aber, als die Menschen hoffärtig wurden und immer mehr die Gebote Gottes mißachteten, da erst kamen aus eigenem Verschulden allerlei Krankheiten unter die
Menschen. Glaubt aber nicht, Gott hätte solches aus irgendeiner unerforschlichen oder geheimnisvollen Absicht heraus den Menschen verordnet. Er hat es lediglich zugelassen, damit zum einen die Menschen vom zu vielen Sündigen abgehalten
werden. Zum zweiten ließ er es zu, damit sie durch die Schmerzen mehr von der Weit abgezogen werden, in sich gehen, ihre Sünden verabscheuen und so in Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können. So ist das auch
bei den Kindern. Was soll aus einem körperlich verkümmerten Kind werden, dazu noch bei Eltern, die selbst in allen Sünden geboren worden sind? Wer würde sie
erziehen, wer sie heilen? Ist es da nicht besser, sie ins Jenseits zu holen und dort im eigens für sie bestehenden Kinderreich von Engeln großgezogen werden? (GEJ. Bd. 6, 55: 3-5)
Ich sage euch aber: Gott weiß um alles und sorgt für alles! Aber da viele Menschen von Gott gar nichts mehr wissen wollen, wie sollen sie denn erkennen, was Gott zu
ihrem möglichen Heil verordnet hat? Hätte Gott nicht auf die Sünden der Menschen entsprechende Krankheiten zugelassen, ginge mehr als die halbe Menschheit zugrunde, die Erde würde gänzlich zur Hölle werden und müßte so im endlosen
Weltenraum umherirren, wie es im Kosmos schon einigen Planeten ergangen ist. (GEJ. Bd. 6, 55: 6-7)
Chronische Krankheiten heilen die Seele
Jesus zum Römer Pellagius: Ist der Mensch kerngesund, neigt er dazu, seine Gesundheit durch allerlei Unmäßigkeiten oder durch Überarbeitung zu mißbrauchen. Von klugen Freunden
wird er dann wohl ermahnt, mehr auf seine Gesundheit zu achten, da sie durch die unvernünftige Lebensweise bald aufs Spiel gesetzt wird. Ist sie erst einmal dahin,
bringt sie kein Arzt und keine Arznei völlig wieder, und man bleibt dann sein Leben lang ein siecher und leidender Mensch. – Der Gesunde aber kehrt sich nicht danach
, lebt sein Leben unverändert weiter. Bleibt er über lange Zeit uneinsichtig wird es ihm nach vielen Jahren des Leidens eher durch Angewöhnung ans Leiden als durch
Arzneien leichter, und der Kranke sieht ein, daß sein Leiden eine Gnade Gottes war. Durch sie wurde er von seinem Leichtsinn insofern geheilt, als er dadurch seine
Seele reiner und Gott wohlgefälliger hat erziehen können. Denn durch leibliche Schmerzen wird die Seele demütiger, geduldiger und ernster und gewinnt an der Kraft, um der Sinne des Fleisches Meister zu werden. (GEJ. Bd. 10, 112: 1-9)
Warum auch bei “unschuldigen” Kindern Leiden zugelassen werden
Jesus zu Faustus und Kisjonah: Diese meine Lehren und die Ereignisse während meiner Mission werden nach knapp 2000 Jahren durch einen eigens dafür ausgewählten Schreiber der Menschheit bekannt gemacht.
Beim Studium dieses Evangeliums wird man sich vielleicht fragen, wie es denn in unserem Fall um jene aufgegriffenen Kinder bestellt ist, die von Sklavenhändlern nach Sidon, Tyrus, Cäsarea, Antiochia oder gar nach Alexandria verkauft worden
wären? Diese können doch durchaus gut erzogen gewesen sein. Warum aber sollte ich ausgerechnet diesen Kindern nicht helfen, wo ich doch sonst alle Kinder segnete? – Dazu ist folgendes zu sagen: Zum einen waren diese Kinder meist über
9 Jahre alt. Darunter waren auch Mädchen zwischen 14 bis 16 wie auch gleichalterige Jünglinge und man konnte, ohne Ärgernis zu erregen, nicht in das Zimmer dieser jungen, halbnackten Menschen treten. Zum zweiten waren das keine
so unschuldigen Kinder mehr, wie Ich sie hie und da noch antraf, sondern meist schon sittlich sehr verdorbene. Denn die Päderastie und Violation (Knabenliebe und Schändung) war nirgends so verbreitet wie in den Grenzgebieten zwischen Juden
und Griechen. Daher war für diese verdorbenen Kinder das von Mir zugelassene Schicksal nicht vergebens: Denn einerseits mußte es der Verdorbenheit als Strafe wirken, andererseits aber wurden die Kinder dadurch gewarnt, weiterhin der
Sinneslust geiler Griechen zu dienen. Damit sollte einem erneuten Rückfall vorgebeugt werden. Wenn man nun solches weiß, wird auch ersichtlich, daß Ich – obwohl von göttlichen Liebe zu jedem Menschen erfüllt – mich nicht jedem
sündhaften und verunreinigten Fleisch persönlich nähern kann und darf. Denn es ist ein großer Unterschied zwischen einem reinen und einem unreinen Kind. Ersteres
kann von Mir unmittelbar geheilt werden, letzteres nur mittelbar und zwar über Umwege, wie es im genannten Fall geschah. Daher sollte man auch nicht zu voreilig kritisieren, warum Kinder, die auf den ersten Blick als unschuldig oder
zumindest unzurechnungsfähig erscheinen, oft ein härteres Schicksal erleiden müssen, als aIte Sünder. (GEJ. Bd. 1, 241: 1-6)
Denn seht: Wer einem Baum eine andere Richtung geben will, der muß damit
anfangen, solange der Baum noch jung ist. Ist er erst einmal aIt geworden, muß man schon stärkere Maßnahmen ergreifen, um das Ziel zu erreichen. Denn ein aIter Baum nimmt nur ungern eine andere Richtung an – es sei denn, man haut ihn um.
Und deshalb kommt es auch vor, daß Gott gegenüber Kindern nicht selten größere Leiden zuläßt als älteren Menschen gegenüber. Denn die satanischen Geister sind nirgends emsiger zugange aIs eben bei den Kindern. Was tut nun Gott, dem ja dies
alles bekannt ist? – Er sendet Seine Engel, Iäßt das hinterlistige Werk der teuflischen Helfer zusammenreißen und alles Satanische über den Weg der Krankheit hinausschaffen. Die Leiden und Krankheiten der Kindern haben also vor
allem den Sinn, alles böse Material zu beseitigen, mit dem die Seele durch das Treiben satanischer Geister verdorben wurde. Würde bei Kindern in diesem Sinne nicht ständig dagegengesteuert werden, so gäbe es auf Erden Besessene,
Taubstumme, Kretins, Krüppel und Behinderte in solchen Mengen, daß kaum mehr ein gesunder Mensch anzutreffen wäre. Da mag sich nun der eine oder andere fragen, warum denn der weise und allmächtige Gott es überhaupt zuläßt, daß sich
unreine Geister in den jungen Leib der Seele einnisten können. – So aber fragt nur ein blinder Mensch, der nicht weiß, daß die ganze Erde, ja die ganze Schöpfung,
ihrem äußeren Erscheinungsbild nach in allen Teilen ein Konglomerat (Gemenge) von Geistwesen ist, welche auf eine bestimmte Zeit hin verdorben sind oder aber sich freiwillig in der Materie aufhalten. (GEJ. Bd. 1, 241, 7-14)
Hinweise zur gesunden Ernährung
Jesus zum Oberstadtrichter: Die Urmenschen, die in der durch Meinen Geist gezeigten Ordnung und Einfachheit geblieben sind, wußten von keiner dem Leibestod vorangehenden Krankheit etwas.
Sie erreichten zumeist ein sehr hohes Alter, wurden nie krank und schliefen am Ende ganz ruhig ein. Ihre Seele empfand dabei keine Schmerzen und keine Todesangst. Ihre Nahrung war auch immer eine gleiche, und nicht heute so und
morgen anders. Zumeist lebten sie von Milch, Brot und guten und reifen Baumfrüchten. Das war ihr ganzes Leben hindurch ihre Nahrung, und zum Stillen des Durstes diente frisches Quellwasser. Auf diese Weise wurden ihre
Leibesnerven stets von denselben guten Seelensubstanzen ernährt und es konnte sich keine unreine oder schädliche Seelensubstanz in den Leib einschmuggeln. Daher blieben diese Menschen kräftig und gesund, sowohl geistig als auch leiblich.
(GEJ. Bd. 10, 182: 1-4)
Die Folgen naschhafter Ernährung
Jesus zum Oberstadtrichter: Aber wenn du dir die vielen tausend Leckerbissen vorstellst, mit denen die Menschen ihre Mägen und Bäuche füllen, wird dir klarwerden, welche Unzahl von
unreinen und schädlichen Substanzen in den Leib gelangen und ihn schädigen. Denn böse Geister sind allgegenwärtig und halten sich in der Luft, der Erde und im Wasser auf. Solchermaßen verunreinigte Substanzen verursachen im Körper einen
ständigen Kampf. Diesen mag der Leib zwar vorübergehend mit Hilfe von Heilkräutern gewinnen, indem die Neigung der Seelensubstanz zur Revolution verringert wird. Aber solch eine Gesundheit ist nur von kurzer Dauer, es sei denn, er
stellte gänzlich auf eine ganz einfache Nahrung um. Dies geschieht aber gewöhnlich nicht, denn sobald es ihnen wieder besser geht, bekommen sie wieder Lust auf die alten, schädlichen Leckereien. Darum hat auch Moses den aus der
Knechtschaft Ägyptens erlösten Israeliten den Speisezettel vorgeschrieben. Jene, die streng danach lebten, blieben gesund bis ins hohe Alter. Viele aber sehnten sich
bald zurück nach ihren ägyptischen Fleischtöpfen, mit der Folge, daß sie bald schwach wurden und unter allerlei Krankheiten ihr Leben beschließen mußten. (GEJ. Bd. 10, 182: 5-7)
Wenn der Mensch schon im Kindesalter kränkelt, liegt dies daran, daß schon die Eltern in ihrer Ernährung sündigten und ihren Leib dadurch mit einer großen Anzahl schädlicher Seelensubstanzen angefüllt haben. Das Kind wird sozusagen von
einem sündigen Vater in den Leib einer sündigen Mutter hineingezeugt. Wie soll aus einem solchen Leib ein gesundes Kind hervorgehen? Zweitens ist die Mutter in ihrer
Schwangerschaft am meisten lüstern nach allerlei Leckereien, und ihre Familie weiß ihr keinen besseren Dienst zu erweisen, als diesem Verlangen nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit bekommt das Kind den zweiten Stoß:
Kommt das Kind schon kränklich aus dem Mutterleib, wird es darauf gleich mit einer minderwertigen Muttermilch genährt. Hat dies das Kind mit Hilfe verschiedener Arzneien einigermaßen überstanden, kommt ein dritter Gesundheitsstoß: Das Kind
wird größer und lieblicher und aus diesem Grund bald über alle Maßen verzärtelt und mit allerlei Naschereien verwöhnt. Was aber ist die Folge davon? Das Kind verdirbt sich dadurch schon frühzeitig den Magen und die Verdauungsorgane, was
später wiederum ernstere Krankheiten nach sich zieht. (GEJ. Bd. 10, 182: 8-14)
Die Folgen falscher Ernährung bei Kindern
Jesus zu Faustus und Kisjonah: Sooft nun die Seele für ihren Körper leibliche Nahrung verlangt und der Mensch solche ißt, nimmt er damit auch stets eine ganze Reihe frei gewordener, unreiner
Naturgeister in seinen Leib auf. Diese sollten der Seele dann zum weiteren Ausbau ihres Leibes behilflich sein. Die Erdgeister aber bilden nach und nach eigene, auf
ihre Art intelligente Seelen. Wenn sie sich auf eine höhere Stufe erhoben haben, folgen sie den Weisungen der eigentliche Seele aIs rechtmäßige Besitzerin des Leibes nicht mehr, sondern gestalten den Leib in ihrem Sinne. Haben sie einen
entsprechenden Entwicklungsgrad zu ihrem vermeinten Wohl erreicht, wird sich das auch bei einem Kind bemerkbar machen. (GEJ. Bd. 1, 242: 1-3)
Will man nun das Kind nicht in ein förmliches Besessensein übergehen lassen,
muß dieses Fremdartige entweder durch eine geeignete Krankheit hinausgeschafft werden, oder man läßt – um eine schwächere Kinderseele nicht zu sehr zu quälen – dieselbe zusammen mit den satanischen Elementen eine gewisse Zeit fortleben.
Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Seele dann durch richtige Belehrung auf eine höhere Einsichtsstufe erhoben werden, die es ihr erlaubt, die Schmarotzer mit eigenem Willen etwa durch Fasten oder andere Entbehrungen hinauszutreiben.
Sind aber die Schmarotzer zu hartnäckig, nimmt man ihr über den Weg des Sterbens den gesamten Leib und läßt die Seele in einer andern Welt inkarnieren, wo sie dann für das ewige Leben eher tauglich ist. Auch der für die Eltern oft bittere
frühe Tod ihrer Kinder hat einen solchen Grund. (GEJ. Bd. 1, 242: 4-5)
Darum sollten die Eltern darauf achten, daß ihre Kinder richtig ernährt werden. Nimmt beispielsweise eine Mutter durch Moses bekanntgegebene unreine Speisen
zu sich, soll sie das Kind nicht stillen, sondern es von einer andern säugen lassen, die sich von reiner Kost ernährt. Sonst wird sie mit dem Kind große Sorgen bekommen. Daher wurden den Juden schon vom Abraham, aber hauptsächlich
durch Moses, die reinen Tiere und Früchte genannt. Alle, die sich daran hielten, hatten nie kranke Kinder und erreichten seIbst ein hohes Alter und starben gewöhnlich erst der Altersschwäche. In dieser Zeit aber, in der man nach den
fremdartigsten und denaturiertesten Leckerbissen hascht und nicht mehr daran denkt, ob so eine Nahrung rein oder unrein ist, besteht die Gefahr, daß die Seele auf den Entwicklungsstand von Tieren zurückfällt. Allein wegen der Gaumenfreuden
nehmen die Menschen sogar giftige Nahrung zu sich. Kein Wunder, wenn sie dann immer kranker werden! Wenn selbst Kinder schon früh allerlei Krankheiten bekommen, liegt das hauptsächlich an der unpassenden Ernährung, über welche
eine zu große Menge schlechter und unreiner Geister in den Leib gelangt. Um des Seelenheils willen sterben dann solche Kinder oft. (GEJ. Bd. 1, 242: 6-9)
Vorsorglich lasse ich jedes Jahr durch Meine Engel all jene, der menschlichen
Ernährung dienenden Früchte von Nutzpflanzen ausmustern, die seit dem Blütenstadium einen unreinen Geist beherbergen. Diese Früchte werden schon im unreifen Zustand von der Pflanze abgeworfen. – Ich werde aber noch einmal dem
Menschen die ihm dienlichen Speisen bestimmen. Hält er sich daran, wird und bleibt er gesund. (GEJ. Bd. 1, 242: 10-14)
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